Ich habe irgendwann die letzten Wochen den felsenfesten Entschluss gefasst, daß wir verdammt noch mal weniger Plastik verwenden müssen. In vielerlei Hinsicht gehe ich damit der halben Familie gehörig auf den Keks, weil es streckenweise wirklich aufwändig ist, aber das ist mir egal. Wir hinterlassen unseren Kindern und Enkeln eine Erde, auf der sie weiterleben müssen. Und wenn wir nicht so langsam die Handbremse anziehen und was an unserem Verhalten ändern, wird es vielleicht später mal nicht so schön, wie wir’s gerne hätten. Deshalb müssen wir jetzt unser Spülmittel selber machen. SO!

Damit versuche ich alle Familienmitglieder zu sensibilisieren, daß wir längerfristig auf sehr viel mehr Umverpackungen verzichten werden. Der Gelbe Sack wird hier alle 14 Tage abgeholt und mein Ziel ist es, vorerst von drei auf einen Sack an Verpackungsmüll zu reduzieren. Ich finde es wichtig und nötig, daß die Jungs in einer Umgebung aufwachsen, in der ökologisch und nachhaltig gedacht und gehandelt wird. Auch wenn sie längerfristig auf die ein oder andere in Tütchen verpackte Süßigkeit verzichten müssen. 

Den Großteil unserer Lebensmittel erhalten wir von einem Bauern per wöchentliche Bio-Kiste. Die besteht hauptsächlich aus Gemüse (alles unverpackt) und Milchprodukten in Gläsern. Ende des Monats wird unser Schwein im Allgäu geschlachtet (die Story dazu findet ihr hier) und zieht in unsere Tiefkühltruhe ein. Das ist zwar auch irgendwie verpackt, aber in weitaus weniger Plastik als aus dem Handel. Was die Lebensmittel angeht, sind wir eigentlich schon auf einem guten Weg.

Spülmittel selber machen kann mit wenigen Zutaten, die jeder im Haushalt hat. Es ist sogar für die Spülmaschine geeignet - Ein DIY von Happy Serendipity

Plastik an allen Ecken

Das wir jetzt unser Spülmittel selber machen ist ein kleiner Anfang, im Alltag auf Plastik zu verzichten und die Umwelt zu schonen. Natürlich gibt es mittlerweile viele ökologische Waschsubstanzen zu kaufen. Für die Wäsche, die Spülmaschine, Körperkosmetik etc. Aber trotz allem kommen dies Produkte meist in Plastikflaschen und wenn man am Ende alles zusammenzählt, sammelt sich ein ganz schöner Berg an Verpackungen an. Und irgendwo muss man ja mal anfangen!! Es ist nämlich oft einfacher als man denkt, Verpackungen zu vermeiden und damit einen kleinen Beitrag an die Umwelt zu leisten.

Spülmittel selber machen ist einfach und schont die Umwelt - Mit einfachen Mittel die jeder im Haushalt hat, ist das Spülmittel auch für die Spülmaschine geeignet - Ein DIY von Happy Serendipity

Spülmittel selber machen

Wirklich, es ist super einfach und mit Zutaten, die es überall zu kaufen gibt und die man im Zweifel eh im Haushalt hat. Man nehme

  • 3-5 Zitronen (gibt es einzeln zu kaufen)
  • 200 g Salz (egal ob grob oder fein – kommt in Papierschachtel)
  • 300 ml Essig (ich nehme Essig aus der Glasflasche um Plastikflaschen zu vermeiden)
  • 300 ml Wasser
  • 2 EL Natron

In 15 Minuten ist eine ordentliche Portion Spülmittel dann auch schon fertig, das sich ein paar Monate in Gläsern hält.

  1. Die Zitronen in kleine Stücke schneiden und mit dem Salz, dem Essig und dem Wasser in ein Gefäß geben. 
  2. Mit einem Pürierstab die Zitronen pürieren. Es muss noch nicht allzu fein sein.
  3. Diese Mischung in einen Kochtopf geben, einmal aufkochen und dann 15 Minuten auf mittlerer Flamme köcheln lassen.
  4. Die Mischung etwas abkühlen lassen und jetzt das Natron vorsichtig unterheben und nochmal final mit dem Pürierstab durchhexeln, bis eine cremige Masse entsteht. Diese Masse dann in Gläser abfüllen.

Das war’s auch schon! 2 EL davon kann man anstatt eines Tabs auch in die Spülmaschine geben. Wenn allerdings Töpfe mit hartnäckiger Kruste mit in der Maschine dabei sind, schafft dieses Mittel das nicht (um ehrlich zu sein). Ich habe mir eine Portion in eine Spenderflasche gefüllt um immer Spülmittel am Becken zur Hand zu haben! Es schäumt zwar nicht, aber es riecht toll und macht einen hervorragenden Job! Den Herd bekommt es auch toll sauber!

Die oben genannte Menge ergibt zirka zwei Joghurtgläser à 500 g. Und das reicht mir mindestens einen Monat. Man muss also nicht jede Woche einmal köcheln, sondern kann sich das ganz bequem auf Vorrat machen. Das Spülmittel hält sich locker ein paar Monate. 

Spülmittel selber machen schont die Umwelt und den Geldbeutel - Mach's selber! Ein Tip von Happy Serendipity

5 Tipps zur Müllvermeidung im Alltag

Spülmittel selber machen ist nur eine Maßnahme, die sich hier grundlegend geändert hat. Ich möchte in Zukunft einiges an Plastik-Verpackungsmüll vermeiden und das schaffen wir im Alltag mit kleinen Dingen

  1. Es sind die kleinen Dinge: Die Plastiktüte im Supermarkt, den To-Go Becher mit Strohhalm – kam bei mir nicht häufig vor, wird aber jetzt umso strikter vermieden!
  2. Wir trinken Leitungswasser und kaufen kein Wasser mehr in Kisten.
  3. Wurst und Käse kaufen wir nur noch dort ein, wo man seine eigene Transportbox mitbringen kann (ENORM was da an Müll wegfällt).
  4. Joghurt, Quark und Pudding gibt es nur noch aus dem Glas. Das Glas wird entweder von mir als neue “Tupper” wiederverwendet, oder gegen Pfand zurück gegeben.
  5. Wenn es die Zeit zulässt, in der Küche weitgehendst alles selber machen und auf Convenience Produkte verzichten (ich rede hier nicht von der TK Pizza, sondern von gekauften Nudeln in Plastiktüte, Frischkäse, Ricotta, Waschmittel, Spülmittel, Kosmetik…. etc.)
  6. Großpackungen nehmen – beim Katzenfutter z.B. kann ich 10 Kilo Säcke nehmen, anstatt mehrere kleine, handliche Gebinde. Dasselbe gilt für Reis und Mehl (der nächste Unverpackt-Laden ist leider wieder so weit weg, das sich die Fahrt nicht wirklich lohnt). 
  7. Gebraucht kaufen – Ebay-Kleinanzeigen ist mein bester Freund geworden. Anstatt immer alles neu zu kaufen, suche ich mir alles in der Gegend zusammen. Es schont auf jeden Fall den Geldbeutel und vermeidet definitiv Müll! Irgendwer hat immer übrig, was man selber gerade haben will! 

Viele kleine Dinge, die sich summieren, helfen der Umwelt. Es ist weder unbequem noch anstrengend. Eigentlich kann jeder einen Beitrag leisten, der nichts kostet und der wunderbar in den Alltag zu integrieren ist.

Meine nächsten Schritte sind die Abschaffung von Backpapier, der Frischhalte- und Alufolie (wir brauchen nur noch die Reste auf), Küchenrolle und Papiertaschentücher werden durch Stofflappen ersetzt. Und ich finde, all das wird uns ein bisschen mehr Platz in der Mülltonne verschaffen!

Ist euch dieses Thema auch wichtig? Was macht ihr, um weniger Müll zu produzieren? Lasst mal hören! Ich bin sicher, ich kann mir auch bei euch einiges abschauen! 
Außerdem haben meine lieben Freundinnen Rebecca und Jule in letzter Zeit auch über dieses Thema geschrieben. Beim Elfenkind gibt’s einen interessanten Artikel über gutes und schlechtes Plastik, den ich echt gut finde, weil noch so viele Tips zur Müllvermeidung mit drin sind. Außerdem hat sie eine schöne Anleitung zur Herstellung von Bienenwachstüchern (eine super Alternative für Frischhaltefolie). Und bei Jule gibts eine Anleitung für die Herstellung von Kastanien-Waschpulver (was ich wiederum hier im Haus nur über die Leiche von Martin durchsetzen könnte… da muss ich eine andere Alternative finden :-)

Bis demnächst ihr Lieben!
xoxo, Lou

7 Comments

  1. Toller Beitrag, liebe Lou! Ich finde es großartig, was da gerade für eine anti-Mülli-Welle durch’s (Blogger-)Land schwappt. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, Spülmittel selbst zu machen, bin aber was Plastik betrifft auch schon stark sensibilisiert und versuche alles zu vermeiden, was nicht notwendig ist.
    Joghurt in Gläsern finde ich z.B. super. Wasser sprudeln wir ebenfalls selbst und Plastiktüten für Äpfel & Co. habe ich noch nie benutzt.
    Liebe Grüße Bine

  2. Ich habe das Rezept gerade ausprobiert und bei Zugabe des Natrons ist es übergeschäumt, da es ja mit dem Essig (?) reagiert? Kann man das irgendwie verhindern?

    • Hallo Liebes, ich habe das Natron ganz langsam hinzu gegeben. Da ist nichts übergeschäumt. Etwas aufgeschäumt ist es, aber das hielt sich in Grenzen. Außerdem hab ich es mit einem Rührbesen eingearbeitet… vielleicht hat es deshalb nicht so doll geschäumt. Probier es doch das nächste Mal damit aus. Ich muss dazu sagen, daß ich das Spülmittel in der ersten Runde auch ganz ohne Natron hergestellt habe, das aber in der Spülmaschine nicht ganz so sauber gemacht hat. Als Handspülmittel ist es auf jeden Fall auch ohne Natron sehr effektiv. Das Natron habe ich persönlich nur dazu gegeben, damit es in der Spülmaschine noch etwas besser reinigt. Es gehen also beide Varianten. Alles Liebe, L

  3. Danke für das Rezept! Das hat mir in meiner Sammlung noch gefehlt und da mir gerade das Spülmittel ausgeht, werde ich es direkt mal ausprobieren!!!

  4. Ein wichtiges Thema, welches einen doch immer mehr beschäftigt. Ich muss da noch viel viel aktiver werden. Ich habe bisher schonmal meine Abschminkpads ersetzt und einfach welche aus einem alten Handtuch und alter Bettwäsche genäht, bei Interesse hier nachzulesen: https://flysig.com/2018/09/06/nachhaltigkeit-im-alltag/

    Liebe Grüße und danke für die Denkanstöße!

    • Oh ja Moni, Abschminkpads wollte ich auch schon mal ein paar machen. Die brauche ich zwar nur höchst selten, aber ist ja egal. Hauptsache ein paar Ressourcen und Materialien gespart. <3

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