Buon giorno amici! Wir sind zum Übersommern nach Italien ausgewandert und verbringen hier die Zeit mit entspannten Tagen am Stand und gutem Essen. Ja… eigentlich hauptsächlich das. Denn für alles andere ist es viel zu warm. Hier herrschen geschmeidige 34 Grad bei wolkenlosem Himmel. Man möchte eigentlich meinen, daß leichte Salate und erfrischende kalte Häppchen jetzt genau das richtige wären. Japp… nicht so hier! Zum Frühstück gibts ein kleines Müsli oder ein Stück Obst, nach einigen Stunden am Strand gibt es ein ordentliches 3-Gänge Mittagessen und am Abend nochmal eher Salat, Wurst, Käse und ein kaltes Glas Wein dazu. Am Strand nochmal ne Wurschtsemmel, ein Pfirsich, eine Brioche… was halt so da ist.

Gestern waren wir bei meinem Onkel und meiner Tante zum Mittagessen eingeladen und in Grazias Soße hätte ich mich reinlegen können. Die beste Tomatensoße der Welt wurde uns gestern serviert, denn sie repräsentierte zu 100% das, was ich an einer leckeren Tomatensoße so schätze. Sie war fruchtig, keine Spur von Säure, ein paar Stücke, nicht zu dünn, cremig, pastös. Die frischen Nudeln wurden von ihr in einer Art und Weise umschlungen, das man die Engel im Himmel singen hören konnte. Wenn ich im Leben nur noch eine Sache essen dürfte, wäre es diese Soße. 

Auf Insta könnt ihr unsere Abenteuer in Italien verfolgen und dort hatte ich euch gestern gefragt, ob ich euch das Rezept dazu verraten soll. Die Mehrheit von euch freute sich drauf, also schreibe ich es euch heute auf. Bitte verzeiht mir die rudimentären Angaben von Mengen – wir kochen hier nicht mit Waage. Wir kochen mit Gefühl und Augenmaß und nach Appetit. Con grande amore auch! Außerdem gibt es auch nur genau ein Bild – die vollkommen ungestylte Version meiner zweiten Portion! 

Ziemlich unspektakuläres Bild, ich weiß. Aber dieser Geschmack und diese Aromen lassen sich einfach nicht per Bild einfangen. Und natürlich steht und fällt dieser Geschmack mit der Auswahl der Tomaten, die man für diese beste Tomatensoße der Welt benutzt. Ich gebe mein Bestes, euch da die besten Tips zu geben.

Rezept für die beste Tomatensoße der Welt

Sagen wir mal, wir kochen für 4-6 Personen

eine Portion Suppenfleisch mit Knochen und etwas Fett
ein Stück Schweinebauch (nein – eine vegane Variante gibts nicht. Jedenfalls nicht heute hier….)
wer mag, eine frische Salsiccia
ein Liter Tomatenpassata (in Deutschland würde ich die von Mutti verwenden – die gibts in gut sortierten Supermärkten)
eine Dose Tomatenpolpa (auch hier – Mutti)
2 große rote Zwiebeln
2 dicke Zehen Knoblauch
Olivenöl 
Rotwein
eine Handvoll Basilikum
Salz und Pfeffer

  1. Zwiebeln und Knoblauch schälen, klein schneiden. In ordentlich Olivenöl in einem großen Topf anbraten. Nach einiger Zeit das Fleisch dazugeben und mit braten. Wenn alles schön Röstaromen angenommen hat, mit einem guten Schuss Rotwein ablöschen und einkochen lassen, bis eine cremige Konsistenz am Topfboden entstanden ist. 
  2. Die Tomatenpassata und die Dose Polpa dazugeben, ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen und einmal komplett aufkochen lassen.
  3. Die Flamme so runter drehen, daß die Soße gemütlich vor sich hin köchelt und drei Stunden auf dem Herd lassen. Zwischendurch immer mal umrühren. Eine halbe Stunde vor Ende, den gehackten Basilikum einrühren.
  4. Vor dem Servieren das Fleisch herausnehmen (das sollte nun butterweich zerfallen und vor Soße triefen….) und die Tomatensoße auf frische Pasta geben.

Das wars schon! Das mit den drei Stunden ist wirklich wichtig. Da verfliegt die Säure und alle Aromen können sich wunderbar entfalten. Meine Tante Grazia verwendet ihre eigens hergestellte Tomatensoße, die allerdings auch nur aus Tomaten besteht. Keine Gewürze kein Nix, nur die reinen, an der Sonne gereiften Tomaten. Die bekommt man jetzt in Deutschland immer nur kurz und dann müssen es echt richtig gute Sorten sein. Ich kann da auch jedem empfehlen, wenn man eine tolle Sorte im Sommer gefunden hat – mitnehmen und einkochen. Es gibt nichts Besseres! 

Die Soße kommt dann also auf die Nudeln und das butterweiche Fleisch kann man dann zusammen mit einem leckeren Salat danach essen. So haben wir es gemacht. Mehr braucht es wirklich nicht, um die ganze Familie glücklich zu machen. 

In diesem Sinne, buon appetito. Wenn ihr wollt, verfolgt gerne unsere Stories auf Instagram und ich kann euch verraten, es folgen noch ein paar mehr Rezepte aus dem Urlaub. Auf der Liste steht noch meine Creme, die wunderbar bei Mückenstichen hilft, sowie ein natürliches Mückenabwehrspray von dem ich mir gewünscht hätte, daß ich es in Modena schon gehabt hätte (hätte, hätte, Fahrradkette). Limoncello mit den wunderbaren Zitronen der Amalfiküste ist auch schon angesetzt und außerdem will ich noch halbgetrocknete Tomaten machen (so 20 Kilo…).

Macht es euch fein!
Ciao belli! Tani baci, Lou

P.S. wer es dann doch vegetarisch oder vegan mag, kann sich gerne eine Runde Onigirazu und/oder Sommerrollen machen. Die hatte ich vor ein paar Wochen hier geteilt. Die vegetarischen Burger und der Wassermelonen-Feta Salat sind auch sehr lecker. Das gabs mal vor ein paar Jahren hier für euch! 

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